Sommer Winter

Piz Palü Tüdlü

Piz Palü Tüdlü

„Die weisse Hölle des Piz Palü“ …Ein schwarz-weiß Stummfilm aus den späten 20er Jahren sorgte einst für die große Berühmtheit des Gebirgsstockes rund um das schweizerische Pontresina und St. Moritz. Doch wer als Bergsteiger schon mal in der Heimat des berühmten Biancogrates und des einzigen 4000er der Ostalpen, dem Piz Bernina, war, dem bleibt diese imposante Gletscherwelt auch ohne Stummfilmklassiker in Erinnerung.Eine – wie sich herausstellen sollte – erlesene deutsche Mädels-Delegation traf an der Talstation der Diavolezzabahn also auf zwei eingeschüchterte Salzburger Bergführer, die am Anfang Mühe hatten, die nicht auf den Mund gefallenen Palü-Aspirantinnen zu bändigen. Doch schon am Piz Trovat, dem Eingeh-Klettersteig, war bei abwechselndem Graupelschauer und Sonnenschein das Eis gebrochen und der Fokus am Bergsteigen.Fortezza Grat und Marco e Rosa HütteNach feudalem Abendessen und kurzer Nacht spazierten wir im Sonnenaufgang unter den Pfeilern des Piz Palü in Richtung des Fortezza-Grates, der uns an diesem Tag auf die italienische Marco-E-Rosa Hütte führen sollte. Am frühen Nachmittag hatten wir die schöne aber winterliche Kletterei hinter uns und genossen den nebelig-stürmischen Nachmittag bei versprochenem Cappuccino auf der Hütte. Bedient und umsorgt von einem Rudel Parade-Italienern, genossen vor allem die Ladies zuvorkommenden Service. Dieser fand erst beim Öffnen des Schraubverschlusses von Hannes Camelback sein überraschend unfreundliches Ende.Die nächtlichen Biancograt Heimkehrer konnten uns nach dem ein oder anderen Gläschen vino rosso dann auch nicht mehr aus dem Schlaf reissen, wodurch wir ausgeschlafen in den nächsten Tag starteten. Beim spartanischen italienischen Zwiebackfrühstück versuchten wir noch, die mitgebrachten Jausenvorräte zumindest kleiner werden zu lassen. Dies gelang uns leider nur teilweise. Geschätzte 400 Gramm Käse pro Person wollen erst einmal vertilgt sein.Piz Palü ÜberschreitungBei wunderbarem Sonnenaufgang gings über Bellavista Terrasse über den anfänglichen Felsgrat auf den ersten der drei Palü Gipfel. Die leichte Kletterei wurde nahezu anmutig, aber zumindest mit gazellenhafter Eleganz überwunden und stellte so eigentlich nur moralische Anforderungen an die Damen. Bald war der Hauptgipfel erreicht und die Freude aber auch die Verwunderung groß. Verwunderung vor allem über den Jogger, der bei sehr kühlen Temperaturen in kurzer Laufhose und Jogging-Schuhen bei uns vorbei lief. Der nun folgende Abstieg durch das Spaltengewirr wurde nur durch einen kurzen Anflug von Schneeblindheit Kathrins gebremst, konnte aber durch Aufsetzen einer Breitling-Uhren-Kappe abgewehrt werden. Hinten nach ist nicht ganz klar, ob die Augensache nicht nur der Vorwand für die Breitling Kappe – oder gar ein Anflug des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms war. Letztlich können wir aber eine fehlerlose Bilanz vorweisen: Super Tour bei tollem Wetter und alle wieder heil im Tal. Was will man mehr.Danke vielmals an die Ladies, die an diesem Wochenende wirklich an ihre Grenzen gegangen sind und sich toll überwunden haben. Großer Respekt von Markus und mir!Auch Lust auf Gletscher und Grate? Melde dich!

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