Sommer Winter

Piz Buin – von Sonnencreme und Erdbeerlimes

Piz Buin - von Sonnencreme und Erdbeerlimes

Zum nunmehr dritten Mal waren wir heuer mit einer geselligen Münchner Damenrunde unterwegs, um die bergsteigerischen Grenzen neu auszuloten. Diesmal verschlug es uns zum höchsten Berg Vorarlbergs, den Piz Buin. Auch wenn die Anreise für die Damen auf variierenden Routen verlief, so fanden wir uns Dank Satellitennavigation doch alle halbwegs pünkltich auf der Bieler Höhe in der Silvretta ein. Bei schönstem Wetter schlenderten wir den Stausee entlang Richtung Wiesbadener Hütte, als sich die Wolkentürme immer höher und bedrohlicher aufbauten. Wie prognostiziert begann das gratis-Wellnessprogramm inkl. Regenduschen und Hagelmassage ca. eine halbe Stunde, bevor wir den rettenden Unterstand erreichten.Dank der kurzen Hosen vom Vortag schlüpften wir am nächsten Morgen in unsere herrlich nass-kalten Bergschuhe und stiegen in aller Frühe dem Gipfel entgegen. Über große Moränenwälle und schon erstaunlich blankes Gletschereis gings rauf aufs flache Gletscherplateau zum felsigen Gipfelaufbau. Die leichten Kletterstellen im 2. Schwierigkeitsgrad konnten die Piz-Palü-erprobten (Vorjahr!) Ladies aber nicht wirklich beeindrucken, und nach vier kurzweiligen Stunden standen wir bei Kaiserwetter am Gipfelkreuz.Ob der angedrohten Gewittergefahr trödelten wir nicht allzu lange herum und waren gegen 14 Uhr schon wieder auf der noch sonnigen Wiesbadener Hütte und opferten dem Buin zu Ehren einige Kaiserschmarren. Da Blitz und Donner dann doch ausblieben, konnten wir den Nachmittag zur Materialtrocknung verwenden und die geschunden Körper in der sogenannten “Piz-Buin“ Stellung der prallen Hochgebirgssonne preisgeben. Dabei kamen bei der ein oder anderen wackeren Teilnehmerin auch die Hagelschäden vom Vortag in Form von unzähligen Mini-Blutergüssen an den Bergsteigerwaden zum Vorschein. Abends wurde dann noch über allerlei lukullisches gefachsimpelt und von der Andrea ein kurioses Getränk names “Erdbeerlimes“ vorgestellt. Darüber konnte ich zumindest nur staunen und freue mich auf nächstes Jahr, wenn dieses Gesöff verkostete wird. Der zweite Tourentag bot dann allerhand Kontrastreiches. Die unbekanntere Haagspitze als Ziel, verließen wir schon nach Kurzem den Wanderweg und waren den restlichen Tag abseits getrampelter Pfade unterwegs. Im Gegensatz zur “Karfreitagsprozession“ des Vortages war dies eine willkommene Abwechslung. Nahezu mühelos erreichten wir die “Totenfeldscharte“, den Übergang ins nächste Tal Richtung Jamtalhütte. Südseitig hinunter auf den Totenfeldgletscher schwindelten wir uns dann aber über steiles, wegloses, dafür haltloses Gletscher-Rückzugsgelände und waren froh, endlich wieder auf festem Eis zu stehen. Der Gipfelanstieg war dann danach nur noch die Kür und auch notwendig, um das angekratzte Nervenkostüm wieder zu kitten.Über das einsame Bieltal stiegen wir dann wieder Richtung Silvretta Hochalpenstraße ab und erreichten am frühen Nachmittag das Auto. Dort warteten schon Badehosen, Bikinis und ein frischer Silvretta Stausee auf uns. Einer Brausetablette gleich entledigten wir uns unseres angesammelten Angstschweißes im kühlen Gletscherwasser um im Anschluss das Wochenende bei Kaffee und Apfelstrudel ausklingen zu lassen. An dieser Stelle sei noch die Sarah gelobt, die die ganzen Strapazen quasi zu zweit (mit der kleinen Buina?), im 6. Monat schwanger bewältigt hat. Unser ehrlicher Respekt!Viele Grüße, Andi

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