Sommer Winter

Die Glocknergruppe – eine Durchquerung!

Die Glocknergruppe - eine Durchquerung!

Die Glocknergruppe – eine Durchquerung! Unser aktueller Beitrag entführt euch mitten ins Herz des Nationalpark Hohe Tauern, in 8 Tagen umrundeten bzw. durchstreiften meine Gäste und ich die fantastische Bergwelt rund um den Großglockner sowie die, der angrenzenden Granatspitzgruppe. Eine hochalpine Durchquerung für Alpinisten mit starker Kondition und den entsprechenden technischen Fertigkeiten.Falls ihr neugierig geworden seid, lest weiter! Unsere Routenbeschreibung findet ihr etwas weiter unten….. Ursprünglich planten meine Gäste und ich eigentlich eine Ausbildungswoche auf der Oberwalder Hütte. Ehrlich gesagt, war ich doch etwas überrascht als mich unser Bergführer Kollege und Hüttenwirt Wolfgang Hackel vor über einen Monat anrief und mir mitteilte er wird seine Hütte in diesem Jahr schon am 4. September zusperren. Das war das erste Mal dass eine Hütte meine Reservierung stornierte und nicht ich selbst!!! Aber egal, Ersatz brauchte es und zwar ganz dringend. Kurzerhand wurden alle notwendigen Hütten gebucht, die Routen ausgearbeitet und so ging es wie vereinbart los. Anfänglich machten sich meine Gäste eher Sorgen, ein wenig gefordert sollten wir schon werden, war der Tenor der Jungs, die immerhin schon in der vierten Ausgabe in dieser Konstellation gemeinsam mit mir auf Berge steigen.Doch wie immer kam es dann doch wieder ganz anders…..nämlich tief winterlich! Unsere erste Etappe, zum Eingehen und gewöhnen an den schweren Rucksack, führte uns vom Moserboden im Kapruner Tal über das Kapruner Törl hinüber zur Rudolfshütte. Technisch nicht schwer, jedoch lang und mit einer niederen Schlafhöhe auf der Hütte. Ein perfekter Start, waren unsere Gäste anfänglich natürlich nicht gut akklimatisiert.Am nächsten Morgen stand die Stubacher Runde auf dem Programm, eine Besteigung von Stubacher Sonnblick und Granatspitze, das ganze in eine schöne Runde verpackt. Geringer Höhenunterschied und eine deutlich kürzere Distanz als am Vortag, sowie die Einhaltung der alten Bergsteiger Regel „go high-sleep low“, machten diese Runde für uns perfekt und meine Gäste konnten sich weiter gut an die Höhe sowie an die Belastungen anpassen.Zum ersten Mal richtig spannend wurde es dann am dritten Tag unserer Woche, unser Ziel: Rudolfshütte – Oberwalder Hütte. Weit, steil und ordentlich Höhenmeter forderten uns und die winterlichen Verhältnisse machten das ganze nicht weniger anstrengend. Nach einem Anstieg auf dem vereisten Gipfelgrat der Hohen Riffel mit Windböen jenseits der 80 Km/H, folgte als Tüpfelchen auf dem I der Abstieg über den spaltigen Pasterzenboden im White Out bei fehlenden Spur! Einfach nur froh, heil an der Oberwalder Hütte angekommen zu sein, machten wir uns sofort ans einheizen und kochen, hieß es doch im Winterraum zu übernachten. Bei perfekten Wetter ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Bockkar- und Keilscharte. Unser Tagesziel, Heinrich Schwaiger Haus. Aus meiner Sicht, eine hochalpine Überschreitung von drei 3000ern, (Klockerin, Hinterer Bratschenkopf und Wiesbachhorn) die einen Vergleich mit den Westalpen nicht scheuen muss. Gletscher, Grate und Kletterei alles dabei! Herrlich abwechslungsreich mit Schwierigkeiten die extrem von den Verhältnissen abhängen. Von der Länge der Tour gezeichnet erreichten wir spät aber glücklich das Schwaiger Haus und ließen uns vom Team rundum Stefan, dem Hüttenwirt verwöhnen. Die nächste Etappe: Schwaiger Haus – Gleiwitzer Hütte, der Hohe Tenn wird mitgenommen! Von Reinhold Messner als „schönste Gratwanderung der Ostalpen“ bezeichnet ist der Hohe Tenn ein echtes Erlebnis. Bei guten Verhältnissen, moderate Schwierigkeiten, jedoch sehr lang und wieder eine ordentliche Portion Höhenmeter. Nach diesen langen Etappen ist es Zeit für eine Pause und so sieht unser Programm für den nächsten Tag nur den Abstieg ins Fuscher Tal und den Aufstieg zur Salmhütte vor. Nach einer gemütlichen Übernachtung auf der urigen Salmhütte klingelt der Wecker wieder einmal früh, 3.30 Uhr Tagwache, Abmarsch 4.30 Uhr. Unser Tagesziel Großglockner, mit seinen 3798 Metern das Highlight unserer Woche! Lang aber abwechslungsreich präsentiert sich der Anstieg von der Salmhütte, diesen Weg wählten auch die Erstbesteiger unseres höchsten Berges. Die Verhältnisse entsprachen der Jahreszeit, das Leitl blank und dreckig oben jedoch staub trocken und so ließen wir Steigeisen und Pickel zurück und genossen die Kletterei.Der Abstieg erfolgte auf dem selben Weg wie der Aufstieg mit einem kleinen Boxenstop auf der Erzherzog Johann Hütte. Im Anschluss auf der Salmhütte wurde unsere Besteigung standesgemäß gefeiert. Müde von den letzten Tagen stiegen wir nach unserer zweiten Übernachtung auf der Salmhütte über die Stockerscharte talwärts. Angekommen im Tal überwiegt die Freude des Erlebten und Erreichten sowie für mich natürlich vor allem Erleichterung wieder unfallfrei nach Hause zukommen. Darin besteht in erster Linie unsere Aufgabe, unsere Gäste wieder sicher ins Tal zu begleiten und nicht um jeden Preis auf einen Gipfel zu führen!In diesem Sinne wünsche ich euch weiterhin alles Gute in den Bergen und viel Spaß beim „Wiederholen“,Gerald Kreuzberger

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